Wie jeder weiß – für den ersten Eindruck bekommt man keine zweite Chance. Daher sollte man die kurze Zeit des Bewerbungsgesprächs gut nutzen. Und wer kennt es nicht? Vor dem Bewerbungsgespräch steht man dann vor dem Kleiderschrank und zerbricht sich darüber den Kopf, was man am besten anziehen sollte. Damit Euch das in Zukunft nicht mehr passieren muss, habe ich hier einige Tipps gesammelt.

Zunächst einmal geht es darum sich darüber Gedanken zu machen, was man alles beachten muss:

  1. Die Firmenkultur – leger und lässig oder schick und zugeknnöpft?
  2. Die Farbwahl – gedeckte Farben oder knallige Statements?
  3. Die Authenzität – wie sehr sollte ich mich überhaupt anpassen?
  4. Die Kleidung selbst – was ist angemessen und was ist grenzwertig?

Die Firmenkultur

Bevor man das Vorstellungsgespräch in der Firma hatte, kann man ja gar nicht wissen, was für eine Kultur bei der Firma herrscht, richtig? Falsch! Klar, die ganz feinen kulturellen Feinheiten rauszufinden wird wohl eher nicht gelingen, aber man kann schon vorab sehr viele Hinweise sammeln. Direkt im ersten Schritt, der Stellenausschreibung findet man manchmal schon ein paar Infos. Wird man gesiezt oder geduzt? Steht vielleicht sogar in den Benefits etwas von einer legeren Firmenkultur? Dann hat man schon mal die ersten Hinweise. Auch auf der Website kann man oftmals Bilder der Mitarbeiter finden und sehen, was für Kleidung dort getragen wird. Und wenn man gar keine Informationen findet, kann man natürlich auch bei dem Personaler selbst nachfragen, welche Kleidung für das Gespräch angemessen wäre. Das schadet nicht den Chancen, sondern zeigt, dass man motiviert ist und auch auf Details Wert legt.

Die Farbwahl

Jetzt wird’s besonders spannend. Bei den Farben kann man zwei Faktoren mit einbeziehen. Was sendet die Farbe für Signale? Und welche Farbe passt zu der Firmenkultur oder den Firmenfarben? Es ist altbekannt, dass Farben einen starken psychologisch begründeten Effekt auf unser Gegenüber haben. Viele wissen das gar nicht oder machen es sich vor einem Bewerbungsgespräch nicht bewusst. Wenn man es aber doch beachtet, hat man einen kleinen Vorteil, indem man sich selbst unterbewusst beim Personaler mit bestimmten Qualitäten verknüpft. Hier der Schlüssel zum Erfolg:

Schwarz ist ganz klassisch und elegant. So hinterlässt man einfach einen seriösen Eindruck.

Weiß wird immer mit einer gewissen Reinheit und dementsprechend einer sauberen und genauen Arbeitsweise verbunden.

Grau hinterlässt ebenfalls einen seriösen Eindruck und wird oft mit einem kühlen, logisch denkenden Kopf verbunden.

Braun steht für eine bodenständige, stressresistente Persönlichkeit und Zuverlässigkeit. Auch hier ist Achtsamkeit wichtig: falsch kombiniert kann es nämlich altbacken wirken.

Blau steht generell für Vertrauen, aber auch für Autorität. Aber Achtung! Es kann auch eine fehlende Dynamik oder Kühle vermitteln.

Violett ist durchaus eine etwas gewagtere Wahl und kann je nach Farbton verspielt und auch kreativ wirken. Manche Leute empfinden diese Farbe auch als beruhigend.

Grün steht für Erneuerung, Hoffnung und Frische. So wird dem Personaler gezeigt, dass man einen frischen Wind in die Firma bringen und offen für neue Dinge sein kann.

Rot ist eine sehr starke Farbe, die mit dementsprechend starken Emotionen verbunden wird. Hier sollte man vorsichtig sein. Zwar kann es für hohe Motivation und Leidenschaft für den Beruf stehen, kann unter Umständen aber auch Aggressivität oder Gefahr suggerieren.  Auch in der Tier- und Pflanzenwelt ist Rot eine Warnfarbe, die eher abschrecken soll.

Gelb strahlt Wärme und Freundlichkeit aus, kann aber auch schnell unprofessionell wirken. Kleine gelbe Akzente bei einem schlichten Outfit können aber die richtigen Akzente setzen und so den gewünschten positiven Effekt haben.

Der zweite Faktor, den ich vorhin schon angesprochen habe, ist die Farbe im Hinblick auf die Firmenkultur. Wenn man sich mal das Logo oder die Farben auf der Internetseite anschaut, bekommt man schnell ein Gefühl dafür welche Farben die Firma nutzt. Wenn man sich dann also in den Farben der Firma kleidet, macht das natürlich einen super Eindruck.

Dabei sollte man aber den nächsten Punkt nicht außer Acht lassen, nämlich:

Die Authentizität

Während man all diese Punkte beachtet, muss man natürlich überlegen inwieweit man sich anpassen muss und wie weit man noch seine Authentizität bewahren will. Denn beim Vorstellungsgespräch geht es natürlich, wie auch der Name schon sagt, darum, sich vorzustellen und nicht sich zu verstellen. Also gilt auch hier, wie so oft, man muss eine gute Balance finden. Wenn man also etwas trägt, was absolut nicht zu einem passt, sollte man doch eher zu den Sachen greifen, die vielleicht nicht eins zu eins zu der Firma passt. Vielleicht sucht die Firma ja sogar jemanden, der frischen Wind reinbringt.

Die Kleidung

In Bezug auf die Kleidung selbst, sollte man ähnlich vorgehen wie bei der Recherche nach den Farben, die in der Firma dominieren. Sehr traditionsreiche Unternehmen oder Firmen in denen schicke Kleidung vorgeschrieben ist – zum Beispiel Banken- bevorzugen dementsprechende Kleidung im Bewerbungsgespräch. Die Männer im Anzug und die Frauen im Hosenanzug oder Blusen-Rock-Kombi – so traditionell es scheinen mag, bei vielen Firmen ist es Pflicht.

Junge Firmen, Start-ups oder Firmen, die auf der Website schon duzen und sehr jung wirken, haben oftmals kein Problem mit „business-casual“, also schicker legerer Kleidung.

Egal was man anzieht, wichtig ist natürlich, dass es angemessen ist. Also bitte keine kurzen Hosen bei den Männern oder kurze Röcke bei den Frauen. Aber das sollte sich von selbst verstehen.

Wichtig ist die Faustregel, dass man sich immer eher ein bisschen zu schick, als zu leger kleiden sollte. So vermeidet man Faux-Pas-Situationen durch zu legere Kleidung, die schlimmstenfalls zum direkten Ausschluss aus dem Bewerbungsverfahren führen können. Und im Notfall, wie erwähnt, lieber einmal den Personaler um Rat fragen, als hinterher unangenehm aufzufallen.

Mit den oben genannten Tipps hat man auf jeden Fall schon mal eine Übersicht über die Faktoren, die alleine durch die Kleidung, bestimmen was man für einen Eindruck hinterlässt. So kann man geschickt das Unterbewusstsein des Personalers mit den Farben beeinflussen und sich genauso kleiden, dass man weder zu schick noch zu leger auftaucht.

Und so einfach kann´s gehen!