Fast jeder kennt es doch: Das Vorstellungsgespräch lief soweit ganz gut und auf einmal dreht der Personaler den Spieß um und man soll plötzlich selber die Fragen stellen. „Haben Sie noch Fragen?“ Diese unschuldig anmutende Frage, kann sich schnell zur Stolperfalle entwickeln, wenn man falsch oder gar nicht antwortet. Eine nicht so gute Antwort wäre, wenn man im ersten Gespräch ist, das erste Mal so richtig zu Wort kommt und dann wie aus der Pistole geschossen fragt, wie hoch denn das Gehalt ist. Das kommt bei dem Personaler meistens nicht so gut an.

Die folgenden Fragen kann man nutzen, um einen tollen Eindruck zu hinterlassen und nebenbei noch mehr über die Firma zu erfahren. So kann man sogar herausfinden, ob die Firma auch langfristig zu einem passt, was unschöne 2-Monats-Stationen im Lebenslauf verhindern kann, weil man nach kurzer Zeit feststellt, dass die Aufgaben irgendwie doch nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen.

Die Fragen kann und sollte man sich am besten im Voraus zurechtlegen und sicherstellen, dass sie sich auch auf die tatsächliche Ausübung der Fähigkeiten bezieht. Hier sind ein paar Beispiele, die zur Inspiration helfen können.

Die Fragen der Fragen

  • Eine sehr sinnvolle Frage wäre zum Beispiel, dass man sich nach der Einarbeitungsphase erkundigt. Da jede Firma diese Phase unterschiedlich gestaltet, kann man sich so zu der Länge der Einarbeitung erkundigen, dem Einarbeitungspaten oder auch nachhaken ob es einen speziellen Plan für diese Zeit gibt.
  • Auch Fragen zu dem Unternehmen selbst machen sich immer gut und zeigen, dass man interessiert ist. Hier kann man sich zum Beispiel nach der Firmenphilosophie oder dem sozialen Engagement erkundigen.
  • Natürlich sind auch Fragen zu der Tätigkeit und dem exakten Aufgabenbereich besonders wichtig. Hier kann man schon im Voraus evaluieren, ob die eigenen Vorstellungen sich mit denen der Firma decken. Ein genaues Hinterfragen ist hier nicht nur klug, sondern meist auch erwünscht. So zeigt man sich nämlich fachkompetent und professionell, wenn man es richtig anstellt.
  • Selbstverständlich kann man sich auch wundern, warum diese Stelle überhaupt frei geworden ist. Wurde die Stelle erst neu geschaffen oder ist der Vorgänger gegangen oder gar entlassen worden? An dieser Stelle kann man auch vorsichtig nachhaken woran es denn gelegen hat. Fällt die Antwort schwammig oder sogar aufgebracht aus, sollte man natürlich eher vorsichtig sein. Auf jeden Fall lohnt es sich hier, einen kleinen Blick hinter die Kulissen zu werfen.
  • Auch die Arbeitszeit ist natürlich ein spannendes Thema und zeigt, dass man ernsthaft interessiert an dem Job ist. Gibt es vielleicht sogar Gleitzeit oder sind die Arbeitszeiten fest angelegt? Wie werden Überstunden gehandhabt? Wenn man diese Fragen im Voraus klärt, kann man so böse Überraschungen im Nachhinein vermeiden.
  • Der Klassiker, die Frage nach Weiterbildungen oder Entwicklungschancen. Hier ist es aus der Bewerberpositon natürlich auch sehr spannend zu erfahren, wo die Reise hingeht. Zudem lernt man etwas über den firmeninternen Umgang mit Mitarbeitern. Eine Weiterbildung kann auch immer als Wertschätzung des Mitarbeiters gesehen werden.

Keine Panik auf der Titanik

Ein Vorstellungsgespräch ist kein Ausfragen des Bewerbers, sondern sollte ein angenehmes Gespräch beider Parteien sein. Beide Seiten sollten die Gelegenheit haben, sich ein bisschen besser kennenzulernen, um zu schauen, ob man überhaupt in die Firma passt. Generell darf man natürlich alle Fragen stellen, aber mit den oben genannten Fragen kann man ganz nebenbei sogar noch einen guten Eindruck hinterlassen und erhascht einen Blick hinter die Kulissen.