Personaler sind darauf geschult, gezielt bei den Bewerbern auf die Körpersprache zu achten, um auch nonverbale Signale in die Einschätzung mit aufzunehmen. Ganz schön schwierig, wenn man als Bewerber sowieso schon aufgeregt ist und dann neben dem Gesagten auch noch auf das Getane achten muss. Aber diese kleinen Feinheiten in Mimik und Gestik können genau den Unterschied machen, den es braucht, um das Vertrauen des Personalers und somit auch den Job zu erlangen.

Zum Glück sind wir für euch da und haben die wichtigsten Tipps und Tricks im Bezug auf die richtige Körpersprache zusammengefasst.

Es geht los! Die Begrüßung

Es geht direkt los – bereits in den ersten 1-2 Minuten entscheidet der Personaler unterbewusst, ob man sympathisch wirkt oder nicht. Dazu kann man natürlich schon etwas beitragen, wenn man hier auf seine Körpersprache achtet. Ein freundliches Lächeln und Augenkontakt sind hier oft schon die halbe Miete.

Natürlich ist bei der Begrüßung auch der viel diskutierte Händedruck entscheidend. Er sollte nicht zu lasch sein (sonst fühlt es sich an als hätte man auf einmal einen toten Fisch in der Hand). Aber Achtung: Zu stark zupacken ist auch keine Lösung! Wenn man die Hand des Personalers fast zerquetscht, kann das einen unsympathischen oder gar aggressiven Eindruck hinterlassen. Besser einmal kurz, aber bestimmt zugreifen und bei schwitzigen Händen, diese unbedingt vorher einmal unauffällig trockenwischen.

Weiter geht’s im Interviewraum

Nun geht’s weiter mit dem Hauptteil des Gesprächs. Hier passieren die meisten Pannen. Keine Sorge – kleine Missgeschicke können durchaus für Sympathie sorgen, aber die richtige Etikette ist unumgänglich. Schon beim Hinsetzen kann man etwas falsch machen – ja, das klingt verrückt. Aber wenn man sich ganz außen auf die Stuhlkante setzt oder sogar kippelt, macht das einen unsicheren, angespannten Eindruck. Besser mittig und gerade auf den Stuhl setzen und ein wenig vorlehnen. Das Vorlehnen zeigt unterschwellig Interesse. Und alle kennen es: Schultern zurück und gerade sitzen! Das signalisiert Interesse und Selbstbewusstsein, ohne arrogant zu wirken.

Das gefürchtete Gespräch

Es geht los. Der Personaler fängt an zu sprechen und man beginnt leicht zu schwitzen. Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren! Manchmal hilft es sich vor Augen zu führen, dass es sich hierbei um ein Gespräch handelt, um sich gegenseitig näher kennenzulernen. Dadurch fällt der „Prüfungsdruck“ weg und man kann sich besser entspannen. Hier kommt nun auch schon der wichtigste Punkt: Der Augenkontakt.

Vermeiden sollte man auf den Boden oder in die Luft zu schauen, denn das signalisiert Desinteresse. Natürlich sollte man idealerweise auch nicht den Personaler zu Boden starren. Aber ein gesundes Mittelmaß verbunden mit einem netten Lächeln kann Wunder wirken. Nicht vergessen ab und zu kurz wegzuschauen, um das Starren zu verhindern. Den Blick kann man zum Beispiel auf seine Unterlagen oder die Hände des Personalers richten. Wichtig ist natürlich auch die restliche Körpersprache. Man sollte nicht auf dem Stuhl herumzulümmeln oder die Arme vor dem Körper verschränken. Sonst wirkt man schnell herablassend und desinteressiert.

Gut ist auch, wenn man sogenannte „Verbal Cues“ von sich gibt. Das kann ein „Okay“, „Aha?“ oder „Mh-hm“ sein. Auch ab und an zu nicken oder interessiert den Kopf schief zu legen macht einen interessierten und somit positiven Eindruck.

Besonders auf die Hände muss man beim Gespräch achten. Man kann übrigens als Bewerber versuchen den Personaler genauso zu analysieren. Verschränkte Hände stehen eher für Ablehnung. Wenn man zum Beispiel sein Glas in die Hand nimmt und weiter wegstellt, versucht man ein Thema von sich wegzuschieben. Wenn man es zu sich heranzieht, ist es das genaue Gegenteil. Sich am Kopf zu kratzen steht für Ratlosigkeit – generell sollte man im Gespräch versuchen möglichst nicht das Gesicht zu berühren.

Zur Verabschiedung kann man gerne nochmal die Hand geben (oder freundlich winken in Corona-Zeiten) und noch einmal lächeln. So ist auch der letzte Eindruck ein guter.

Muss ich mich also komplett verstellen?

Ganz klar- nein! Im Gespräch lieber im Zweifelsfall gar nicht auf die Körpersprache achten, wenn es einen zu sehr ablenkt. Idealerweise versucht man nur Kleinigkeiten zu ändern und beim nächsten Mal umzusetzen. Was für einen selbst funktioniert und was nicht, findet man schnell heraus. Aber mit den oben genannten Punkten, kann man mit einfachen Kniffen deutlich freundlicher, interessierter und generell positiver wirken. Vorab kann man das ganze natürlich auch schon mit der Familie oder Freunden üben und mal ganz bewusst auf die eigene Körpersprache achten. So kann man sich dann auch schon mal selbst einschätzen und weiß, wo man ansetzen könnte.

Wenn man aber schon ein sehr sicherer Bewerber ist, kann man natürlich gut auf die eigene Körpersprache achten. Und auch auf die des Personalers! So kann man vorab schon mal erahnen, was er oder sie wohl von einem hält und wie man wohl eingeschätzt wird.

Also viel Glück und Erfolg in Deinem nächsten Bewerbungsgespräch. Viel Spaß beim Ausprobieren der Tipps!